25.03.2010

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Inline Hockey: Cadro 2010

Freitag, 12. März 2010, 17.30, Parkplatz Schulhaus Frenke in Liestal. Bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein traf sich eine Schar von acht mutigen Hockeyanern zur alljährlichen grossen Abenteuerreise ins ferne Tessin. Denn wieder einmal stand das Inline Hockey Eröffnungsturnier in Cadro auf dem Programm.

Schon zu Beginn der Reise war klar, dass weder Durst noch Hunger auf der Strecke zu einem Problem werden würden, was einerseits den zehn Kisten Bier und andererseits den verschiedenen Grossverteilern wie auch den Anstrengungen von Angehörigen zu verdanken war, die die Spieler mit Sandwiches versorgt hatten. So wurde auf dem Parkplatz auf ein erfolgreiches Turnier 2010 angestossen und beschwingt ging es, mit dem obligatorischen Hoch auf unseren Busfahrer, los.

Ohne grössere Probleme, dafür mit reichlich frequentierter Biernachschublinie, gelangten wir durch den Gotthard. Als spezieller Leckerbissen konnte auf der Fahrt der "bestbeleuchtete Tunnel der Schweiz" bestaunt werden (diggä gsi Jügge). Zudem zeigte sich, dass man auch Stofftierfischen aus Automaten zur Wissenschaft machen kann. Dementsprechend erfolgreich lief die Jagd nach den obligaten Begleitern der Red Wings-Reisegruppe ab. Diese wurde später als Innendekoration im Ristorante Lengina aufgehängt, in dem wir nach unserer Ankunft und nachdem die älteren Herren ihre Hotelzimmer im Hotel Panoramica**** bezogen hatten, mit Pizza und Getränken begrüsst wurden.

Danach ging es noch auf einen kurzen Abstecher nach unten zum Hockeyplatz, wo verschiedene andere Teams (unter anderem aus Bonfol) begrüsst wurden. Nach einem kleinen Umtrunk ging es zurück zu den jeweiligen Schlafplätzen zur leider etwas kurzen Nachtruhe.

Am nächsten Morgen, nach dem einfachen (beziehungsweise zweifachen) Frühstück, ging es mehr oder weniger frisch nach unten auf den Hockeyplatz. Dort wurde der sportliche Teil des Wochenendes, mit dem Spiel gegen die Capolago Flyers, in Angriff genommen.

Da die Hälfte des Teams der Red Wings ihre Inline-Skates seit einem Jahr allerhöchstens von weitem gesehen hatten, war die Frage, wie lange die Angewöhnungszeit dauern würde. Die Antwort lautete: Erstaunlich schnell. Trotzdem gingen die Wings das Spiel sehr gemächlich an, was dazu führte, dass der Gegner über etwa 80% der Spielzeit in Ballbesitz war. Die Defensive der Wings stand aber sehr sicher, so dass nur selten gefährliche Schüsse in Richtung des Tors der Wings flogen. Diese wurden jeweils von Torhüter Schären sicher entschärft. Nachdem Dominik Leisi nach schöner Vorarbeit von Fahrni das Score in der ersten Hälfte eröffnet hatte (und trotz dieses Traumstarts die Marke von 12 versprochenen Toren knapp verpasste), trafen Schaffner und Michael Leisi in der zweiten Halbzeit zum sicheren 3:0 Sieg. Dieser wurde nach der Matchanalyse zu einem 1:0 nach Filets umgewandelt. Der Start war trotz allem geglückt und so konnte man entspannt zur Erholung in die Sonne liegen. Während dem die Red Wings das Tessiner Prachtswetter genossen, konnten sie den Vorbereitungen ihrer nächsten Gegner beiwohnen. Der Blick auf das Einlaufen legte den Schluss nahe, dass das zweite Spiel zu einer schwierigeren Angelegenheit werden würde.

Diese Vorahnung bewahrheitete sich. Die Tessiner Juniorenauswahl erwies sich als sehr hartnäckiger Gegner, der mit viel Tempo und Druck agierte. Trotzdem blieb das Spiel lange ausgeglichen. Die Führung der Junioren glich Fahrni wenig später mit einem schönen Weitschuss aus. Mit dem 1:1 ging es in die Pause. In der zweiten Hälfte konnte sich nur noch ein Junior in die Torschützenliste eintragen und so unterlagen die Red Wings, trotz einigen guten Chancen, mit 2:1. So war schon nach dem zweiten Spiel klar, dass sie sich keine weitere Niederlage leisten konnten, sollte die am Freitag gross angekündigte Finalteilnahme noch erreicht werden.

Der Gegner für das nächste Spiel waren die Hausherren, die Cadro Unicorns. Für dieses Spiel konnten die Red Wings dank eines Coups ihres Transferchefs auf prominente Unterstützung zählen. Andi Beck, der frühere Turnierorganisator und Spieler der Unicorns, streifte sich das rote Trikot über. Durch diese Kaderaufstockung konnten die weiteren Spiele mit zwei vollen Blöcken in Angriff genommen werden, was die Verteidiger von ihren 2-3 minütigen Einsätzen erlöste.

So ging es also mit frischer Mannschaftsaufstellung und frischem Elan ins nächste Spiel. Doch schien der Druck der gefährdeten Finalteilnahme die Red Wings zu hemmen. Sie fanden nicht ins Spiel, waren unkonzentriert und lagen bald mit 4:0 im Hintertreffen. Erst knappe fünf Minuten vor Schluss gelang auch den Wings der erste Treffer. Nun stand es zwar 4:1, doch wurde die Zeit immer knapper. Das Tor schien allerdings den Knoten gelöst zu haben. Denn wenig später konnte bereits das 4:2 und - nach einem taktisch geschickten Time Out - sogar das 4:3 bejubelt werden. Nun schienen plötzlich die Nerven der Unicorns zu flattern. Die Red Wings drückten vehement auf den Ausgleich und kamen beinahe im 10-Sekundentakt zu guten Chancen. Und tatsächlich: Schaffner konnte in bester "Knippser"-Manier einen Abpraller des Torhüters sieben Sekunden vor dem Ende zum Ausgleich nutzen!

Noch einmal waren die Red Wings mit einem blauen Auge davon gekommen. Vor dem letzten Spiel konnten sie den Einzug in die Halbfinals immer noch aus eigener Kraft schaffen. Gegner in diesem Spiel war jedoch der direkte Konkurrent um diesen Halbfinalplatz: Fontenais.

Trotz der spannenden Ausgangslage verlief das Spiel gegen Fontenais sehr einseitig und so konnte zum Ende des ersten Turniertages neben der Halbfinalteilnahme auch ein 8:0 Sieg, sowie die spätere Spielzeit für das erste Spiel am Sonntag, gefeiert werden.

Der Abend brachte dann das traditionelle Abendessen im Ristorante Lengina. Wiederum wurde eine breite Palette der Speisen von der Speisekarte ausgewählt und bestellt. Nach dem Essen und dem Ende der Play-Off Partie zwischen Genf und Fribourg ging es ans Bezahlen. Zuvor wurde unseren Gastgebern als Dankeschön für die langjährige gute Bewirtung ein Keramikteller mit dem Red Wings-Logo als Geschenk überreicht. Die Freude war gross und als Gegenleistung wurde uns ein weiterer Umtrunk und eine Flasche Rotwein spendiert. Zudem schien die Rechnung erstaunlich schmal ausgefallen, was den Schluss nahe legt, dass auch dort etliches "aufs Haus" ging. Nachdem der Termin für Morgen- und Mittagessen am Sonntag fixiert worden war, ging es zurück ins Hotel beziehungsweise in die Zivilschutzanlage.

Am Sonntag erfolgte um 10:20 Uhr der Anpfiff zum Halbfinale, also traf man sich, aussergewöhnlich ausgeruht, um 9 Uhr zum Frühstück.

Im Halbfinal wartete dann der Gruppensieger aus der anderen Gruppe, Lausanne Roller Sports, auf die Red Wings. Das Spiel begann ausgeglichen, denn beide Teams spielten sehr vorsichtig und versuchten aus einer sicheren Defensive zum Erfolg zu kommen. Zwei Fehler im Spielaufbau der Red Wings führten jedoch zur 2:0 Führung für die Welschen. Noch vor dem Ende der ersten Halbzeit konnte Schaffner, nach einem Energieanfall von Michael Leisi, zum 2:1 abstauben.

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Die Red Wings suchten den Ausgleich, während die Lausanner sich weit zurückzogen und versuchten, den Vorsprung zu halten. Kurz vor Schluss rächte sich diese Taktik jedoch und Michael Leisi konnte ausgleichen. Da es bei diesem Resultat blieb, musste das Penaltyschiessen über den Einzug ins Finale entscheiden. In diesem trafen Schaffner und wiederum Michael Leisi für die Red Wings. Schären entschärfte alle Versuche der Lausanner und so war klar, dass die Wings im Finale standen und damit das beste Ergebnis ihrer Cadro-Geschichte erreichen würden.

Nach dem erfolgreichem Abschluss des Halbfinals ging es zurück zum Ristorante Lengina, wo wir das Mittagessen einnahmen. Wohlgenährt wurde anschliessend noch einmal ausgiebig die Tessiner Sonne genossen, bevor wir uns zum letzten Mal in diesem Jahr auf den Weg in Richtung Hockeplatz machten.

Obwohl wir im Final definitiv nichts mehr zu verlieren hatten, nahm die Nervosität bei den Red Wings leicht zu. Trotzdem waren die Wings im Spiel bei ausgeglichener Spieleranzahl das leicht bessere Team. Die Wings spielten konzentriert und standen in der Defensive sehr sicher. Währenddem fiel Pregassona vor allem durch kleinere und grössere Provokationen auf. Diese führten wiederum zu Strafen für die Red Wings, die allerdings bis zur Pause keine Auswirkungen hatten. Bei Abschluss der ersten 20 Minuten führten die Wings nach einem schönen Schuss durch Dominik Leisi ins Lattenkreuz mit 1:0. Die Führung fiel eher zu knapp aus, hatten die Red Wings sich doch viele Chancen erarbeitet und zudem einen Lattentreffer durch Schaub zu beklagen.

In der zweiten Hälfte lief das Spiel im gleichen Rahmen weiter. Langsam machte sich die Müdigkeit bei den Red Wings bemerkbar. Auch mussten sie in der zweiten Halbzeit mehrheitlich in Unterzahl spielen. Und nach einem verschossenen Penalty der Wings kam es, wie es kommen musste: Zwei Power Play-Tore (eines bei 4 gegen 2) führten zur erstmaligen Führung der Tessiner. Hatten die Red Wings in den vorigen Spielen immer wieder Rückstände wettgemacht, so fehlte ihnen dieses Mal die Kraft dazu. Ein weiteres Tor von Pregassona führte zum Endresultat von 3:1.

Klar war die Enttäuschung nach dem knappen Scheitern spürbar. Trotzdem überwog schon bald die Freude über das Erreichen des zweiten Platzes und den Gewinn des Preisgeldes von 100 Franken.

Beschwingt ging es auf die Rückfahrt. Unterwegs wurde das Preisgeld wieder in die Tessiner Wirtschaft investiert und die Verpflegung in der Raststätte Gottardo Sud für die Heimreise eingekauft. Nach dem (obligaten) Stau vor dem Gotthard verliessen die Wings das Tessin. Nach und nach wurde es im Bus immer ruhiger und man begann den fehlenden Schlaf der letzten zwei Tage aufzuholen.

So erreichten Bus und Insassen schlussendlich spätabends Liestal, wo man sich von einander verabschiedete, in Gedanken schon ein bisschen beim nächsten Jahr, wenn es darum gehen wird die Leistung 2010 zu bestätigen.

(Bericht: Flo Lehmann).

Bilder zum Turnier:
Samstag
Sonntag (inkl. Teamfoto)

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